Und das brauchst du für den Old Pal
3 cl Rye Whiskey
3 cl Campari
3 cl trockener Wermut
Darauf kommt es an
Die Originalrezeptur von Harry MacElhone aus den 1920ern verwendete gleiche Teile – das macht den Old Pal ungewöhnlich bitter. Viele Bars gehen heute auf 4 cl Rye und je 2 cl Campari und Wermut, um den Whiskey mehr durchkommen zu lassen. Ich bleibe beim Original, nehme aber einen Rye mit ordentlich Würze – Rittenhouse oder Wild Turkey funktionieren gut. Beim Wermut macht Dolin Dry den Unterschied: zu billiger Wermut kippt den Drink ins Metallische. Rühren ist Pflicht, nicht schütteln – sonst wird er trüb und verliert die seidige Textur.
Varianten
- Old Pal 2.0 — 4 cl Rye, 2 cl Campari, 2 cl trockener Wermut – whiskeylastiger und zugänglicher
- Journalist — mit Gin statt Rye, plus einem Spritzer Zitronensaft und Curaçao
Häufige Fragen
Kann ich Bourbon statt Rye nehmen?
Geht, aber Bourbon ist süßer und nimmt dem Drink seine herbe Kante. Rye mit seinem pfeffrigen Charakter ist hier wirklich besser.
Warum ist der Old Pal so bitter?
Weil Campari ein Drittel ausmacht und kein süßer Wermut den Bitter abfedert. Das ist Absicht – ein Aperitif, der den Magen anregt, nicht einlullt.
Wie unterscheidet sich der Old Pal vom Boulevardier?
Der Boulevardier nutzt süßen statt trockenen Wermut und ist dadurch runder und zugänglicher. Der Old Pal ist die kompromisslos herbe Variante.
Muss es eine Coupette sein?
Nein, ein kleiner Tumbler auf Eis funktioniert auch – dann wird der Drink länger trinkbar, weil er sich langsamer erwärmt und verwässert.
