Der Martini ist der Inbegriff des eleganten Cocktails: puristisch, aber nicht simpel. Zwei Zutaten, ein Rührglas, ein Moment der Geduld. Entscheidend ist das Verhältnis von Gin zu Vermouth – und die Temperatur. Ein richtig gekühlter Martini schmeckt weicher, fast cremig, obwohl er nichts Cremiges enthält. Wer ihn zum ersten Mal mixt, sollte mit einem Teelöffel Vermouth beginnen und sich langsam an den persönlichen Trockenheitsgrad herantasten. Garniert wird klassisch mit einer Olive oder einer Zitronenzeste, je nachdem, ob man die herbe Note des Gins betonen oder mit einer fruchtigen Frische ausgleichen möchte.
Und das brauchst du für den Martini
- 6 clLondon Dry Gin
- 1 cltrockener Wermut (Vermouth Dry)
- 1entsteinte grüne Olive (oder Zitronenzeste zum Garnieren)
Darauf kommt es an
Der Trick liegt im Rühren: Nicht zu kurz, sonst ist der Drink zu warm, nicht zu lang, sonst wird er wässrig. Ein guter Martini sollte so kalt sein, dass er fast schmerzt – aber nicht so verwässert, dass der Gin seine Aromen verliert. Wer den Vermouth besonders subtil einbinden will, kann das Glas vor dem Abseihen mit einem Spritzer Wermut ausspülen und diesen dann verwerfen. Das gibt eine hauchzarte Würze, ohne den Gin zu überdecken. Die Olive sollte nicht aus dem Glas gefischt und gegessen werden – sie ist Teil des Geschmacks, nicht des Snacks.
Varianten
- Dirty Martini — 2 cl Olivenlake zum Gin und Wermut geben. Garnitur: 2–3 Oliven auf einem Spieß.
- Vodka Martini — London Dry Gin durch Wodka ersetzen. Der Drink wird neutraler, aber nicht weniger elegant.
- Wet Martini — Mehr Wermut verwenden (bis zu 3 cl). Ideal für alle, die den trockenen Stil zu herb finden.
Häufige Fragen
Warum wird der Martini gerührt und nicht geschüttelt?
Gin ist eine empfindliche Spirituose. Schütteln bricht die Aromen auf und macht den Drink trüb – ein Martini soll aber klar und seidig sein. Rühren kühlt ihn gleichmäßig, ohne ihn zu verwässern oder zu oxidieren.
Kann ich jeden Gin für einen Martini nehmen?
London Dry Gin ist die klassische Wahl, weil er kräftig und würzig ist. Fruchtige oder blumige Gins (wie New Western Gins) überdecken den Wermut und verändern den Charakter des Drinks. Wer experimentieren will, sollte mit einem Gin beginnen, der Wacholder klar in den Vordergrund stellt.
Wie erkenne ich einen guten trockenen Wermut?
Ein hochwertiger trockener Wermut hat eine klare, strohgelbe Farbe und riecht nach Kräutern, Zitrus und einer leichten Bitterkeit. Billige Wermutmarken schmecken oft nach künstlichem Vanillearoma oder Alkohol – das ruiniert jeden Martini. Im Zweifel: Weniger verwenden.





