Depth Charge ist kein Tauchgang, sondern ein kurzer, intensiver Cocktail, der drei französische Aromen in einem Schluck vereint: die Wacholder-Schärfe von London Dry Gin, die blumig-zitrusige Eleganz von Lillet Blanc und die lakritzartige Tiefe von Pastis. Ursprünglich ein schnelles Shaker-Rezept, das in Bars oft als Fingerübung galt, lohnt er sich heute als eigenständiger Drink – besonders, wenn man ihn nicht nur schüttelt, sondern mit Eis rührt und die Pastis-Dosis präzise dosiert.
Und das brauchst du für den Depth Charge
- 4 clLondon Dry Gin
- 2 clLillet Blanc
- 2 SpritzerPastis (ca. 0,2 cl pro Spritzer)
- Eiswürfel (zum Rühren)
Darauf kommt es an
Der Pastis ist der heimliche Star: Zwei Spritzer sind genug, um den Drink zu prägen, ohne ihn in Lakritz ertrinken zu lassen. Wichtig ist, den Pastis *nach* dem Gin und Lillet ins Rührglas zu geben – so verteilt er sich gleichmäßiger und bildet keine Schlieren. Wer es noch trockener mag, kann einen Spritzer weniger nehmen. Ein Bar-Trick: Pastis mit einem kleinen Sprühflaschen-Dispenser dosieren, um die Menge exakt zu kontrollieren. Das Glas sollte so kalt sein, dass es beim Einschenken sofort beschlägt – dann schmeckt der Depth Charge wie ein Mini-Aperitif mit Tiefgang.
Varianten
- Depth Charge Royal — Ersetze den Gin durch 4 cl Gin de Mahón (einen spanischen Gin mit leicht salziger Note) und gib 1 cl Champagner nach dem Abseihen hinzu. Ergibt eine spritzigere, hocharomatische Variante.
- Herbal Depth — Füge 1 cl Chartreuse Verte (grün) hinzu und reduziere den Lillet auf 1 cl. Rühre wie im Original, aber garniert mit einer frischen Minzblättchen-Spitze.
Häufige Fragen
Kann ich statt Pastis auch Absinth nehmen?
Nein. Absinth hat einen höheren Alkoholgehalt und eine dominantere Anis-Note, die den Gin und Lillet überlagert. Pastis ist milder und harmoniert besser mit den anderen Zutaten. Wer experimentieren will, kann 1 Spritzer Absinth *zusätzlich* zum Pastis geben – aber nur, wenn der Drink danach nicht zu stark schmeckt.
Warum rühren statt schütteln?
Weil der Depth Charge kein Sour ist. Durch Rühren bleibt die Textur seidig und die Aromen verbinden sich sanfter. Schütteln würde zu viel Luft einarbeiten und den Pastis zu stark verteilen, sodass er den Drink dominiert. Ausnahme: Wer es *extra* herb mag, kann die Hälfte der Zutaten schütteln und dann mit der anderen Hälfte rühren.
Welches Glas eignet sich, wenn ich kein kleines Cocktailglas habe?
Ein Sherry-Glas oder ein kleines Weißweinglas (ca. 100–120 ml) funktioniert ebenso. Wichtig ist, dass das Glas dünnwandig ist und sich nach oben verjüngt – so konzentrieren sich die Aromen beim Trinken.





