Mineralwasser ist natürliches Grundwasser aus unterirdischen Quellen, das Mineralstoffe und oft Kohlensäure enthält. In Deutschland ist es streng geschützt und muss direkt am Quellort abgefüllt werden. Hinter der Bar ist es unverzichtbar: als Filler in Longdrinks, zum Verdünnen von Spirituosen und als Durstlöscher für Gäste.
Was Mineralwasser ausmacht
Mineralwasser stammt aus unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen. Anders als Leitungswasser darf es nicht chemisch aufbereitet werden – nur Eisen, Schwefel und Kohlensäure dürfen entzogen oder zugesetzt werden. Der Mineralstoffgehalt ist natürlichen Ursprungs und entsteht durch das Versickern des Wassers durch Gesteinsschichten. Jede Quelle hat eine eigene Mineralzusammensetzung, deshalb schmecken Wässer unterschiedlich.
In Deutschland regelt die Mineral- und Tafelwasserverordnung genau, was sich Mineralwasser nennen darf. Es braucht eine amtliche Anerkennung und muss am Quellort abgefüllt werden. Der Gehalt an Mineralstoffen variiert stark: von unter 50 Milligramm pro Liter bei mineralstoffarmen Wässern bis über 1500 Milligramm bei sehr mineralstoffreichen Sorten.
Kohlensäuregehalt in der Praxis
Für die Bar ist der Kohlensäuregehalt entscheidender als die Mineralien. Man unterscheidet grob drei Stufen: still, medium und classic. Stilles Wasser hat keine oder kaum Kohlensäure, medium eine sanfte Perlage, classic ist kräftig sprudelnd. Manche Quellen enthalten von Natur aus Kohlensäure, bei den meisten wird sie technisch zugesetzt.
Hinter der Bar arbeitet man meist mit classic, weil es Drinks Spritzigkeit gibt und die Aromen hebt. Für empfindliche Spirituosen wie gereiften Rum oder Whisky greift man eher zu stillem oder medium Wasser, um den Eigengeschmack nicht zu überlagern. Wichtig: Einmal geöffnete Flaschen verlieren Kohlensäure, deshalb immer gut verschließen und kühl lagern.
Einsatz hinter der Bar
Mineralwasser ist der meistgenutzte Filler überhaupt. Gin Tonic, Vodka Lemon, Aperol Spritz – ohne Mineralwasser funktioniert keiner dieser Klassiker. Es streckt die Spirituose, macht sie trinkbarer und bringt Volumen ins Glas. Dabei sollte man immer kaltes Wasser verwenden und es vorsichtig eingießen, damit die Kohlensäure erhalten bleibt.
Auch pur wird Mineralwasser ständig verlangt, oft als Begleitung zu Wein oder Spirituosen. Viele Barkeeper bieten es automatisch mit einem Espresso oder nach einem Shot an. In gehobenen Bars gibt es manchmal eine Wasserkarte mit verschiedenen Sorten – das ist aber eher die Ausnahme. Im Alltag reichen zwei, drei gute Standardmarken in verschiedenen Kohlensäurestufen völlig aus.
Häufige Irrtümer
Viele glauben, Mineralwasser sei grundsätzlich gesünder als Leitungswasser. Das stimmt nicht pauschal – deutsches Leitungswasser hat oft strengere Grenzwerte und wird häufiger kontrolliert. Mineralwasser punktet mit konstantem Geschmack und natürlichem Mineralstoffgehalt, aber gesundheitlich sind beide gleichwertig.
Ein anderer Irrtum: Mehr Kohlensäure bedeutet mehr Mineralien. Beides hat nichts miteinander zu tun. Es gibt mineralstoffarme Wässer mit viel Sprudel und umgekehrt. Für die Bar zählt vor allem, dass das Wasser neutral schmeckt und die Kohlensäure stabil bleibt. Billige Discounter-Wässer verlieren oft schnell die Perlage – das merkt man spätestens im fertigen Drink.
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Häufige Fragen
Kann man Leitungswasser statt Mineralwasser nehmen?
Technisch ja, aber Leitungswasser hat keine Kohlensäure und schmeckt je nach Region unterschiedlich. Für Longdrinks brauchst du die Spritzigkeit, deshalb funktioniert Leitungswasser nur für stille Anwendungen wie Whisky mit Wasser.
Wie lange hält geöffnetes Mineralwasser?
Mikrobiologisch mehrere Tage im Kühlschrank, aber die Kohlensäure entweicht schnell. Nach einem Tag ist die Perlage deutlich schwächer. Hinter der Bar solltest du angebrochene Flaschen am selben Abend verbrauchen oder für nicht-kohlensäurerelevante Zwecke nutzen.
Welche Kohlensäurestufe für welchen Drink?
Für Highballs und Spritze classic, für sanfte Longdrinks medium. Stilles Wasser nutzt man zum Verdünnen von Spirituosen pur oder in Old Fashioneds, wo man nur ein paar Tropfen braucht. Im Zweifel: classic, das passt fast immer.
Warum schmecken Mineralwässer unterschiedlich?
Jede Quelle hat eine andere Mineralzusammensetzung. Hoher Natriumgehalt schmeckt leicht salzig, viel Sulfat kann bitter wirken, Calcium und Magnesium geben einen vollen Geschmack. Für die Bar wählst du am besten neutrale Sorten ohne dominante Noten.
