Sangria ist mehr als nur Rotwein mit Obst – sie ist ein langsames Gespräch zwischen Frucht, Säure und Tannin. Der Trick liegt nicht im schnellen Mixen, sondern im Warten: Die Aromen brauchen Zeit, um sich zu verbinden, während das Eis die Temperatur hält, ohne den Wein zu verwässern. Perfekt für warme Abende, wenn man nicht nur trinken, sondern schmecken will. Hier die Version, die in einer Madrider Bar hinter der Theke steht, nicht im Supermarktregal.
Und das brauchst du für den Sangria – das Rezept
1 Flasche (750 ml) trockener Rotwein (z. B. Tempranillo oder Garnacha)
100 ml frisch gepresster Orangensaft (von 2–3 Orangen)
50 ml frisch gepresster Zitronensaft (von 1–2 Zitronen)
30 g brauner Zucker (oder 40 ml Zuckersirup für schnelle Auflösung)
1 große Orange, in dünne Scheiben geschnitten (mit Schale, aber ohne Kerne)
1 Zitrone, in dünne Scheiben geschnitten (mit Schale, aber ohne Kerne)
1 kleiner Apfel (z. B. Boskop), entkernt und in dünne Spalten geschnitten
1 Zimtstange (optional, für leichte Würze)
150 ml kohlensäurehaltiges Mineralwasser oder Zitronenlimonade (zum Auffüllen)
große Eiswürfel oder ein Eisblock (ca. 300 g)
Darauf kommt es an
Das Geheimnis liegt im Schnitt der Früchte: Die Orangen- und Zitronenscheiben sollten so dünn sein, dass sie sich leicht biegen lassen – dann geben sie ihre Öle und Säfte schneller ab, ohne bitter zu werden. Apfelspalten mit der Schale schneiden, aber entkernen, sonst wird die Sangria herb. Wer es besonders aromatisch mag, reibt vor dem Schneiden etwas Orangenschale über die Fruchtstücke – das verstärkt das Zitrusaroma ohne zusätzliche Bitterkeit. Eis erst in den letzten 5 Minuten vor dem Servieren hinzufügen, sonst schmilzt es zu schnell und verdünnt den Wein.
Varianten
- Weiße Sangria — Ersetze den Rotwein durch einen trockenen Weißwein (z. B. Verdejo oder Albariño). Verwende statt Äpfeln Pfirsichspalten und füge 50 ml Pfirsichlikör hinzu. Die Zitronenscheiben durch Limettenscheiben ersetzen und mit einem Spritzer Sodawasser servieren – leichter und perfekt für Sommerhitze.
- Sangria mit Rum — Füge 50 ml braunen Rum hinzu, bevor der Wein in den Krug kommt. Ersetze den Apfel durch Ananasscheiben und gib 1 EL Vanillezucker statt braunem Zucker dazu. Die Ziehzeit auf 90 Minuten verlängern, damit der Rum sich mit den Früchten verbindet. Mit einem Schuss Ginger Ale servieren – gibt eine würzig-süße Note.
- Sangria ohne Alkohol — Ersetze den Rotwein durch 500 ml Traubensaft (rot, ungesüßt) und 250 ml Hibiskus- oder Granatapfelsaft. Füge 1 TL Zitronensäure hinzu, um die Säure zu verstärken. Die Früchte wie im Original verwenden, aber mit 100 ml Ingwersirup süßen. Mit Mineralwasser auffüllen und mit Minzblättern garnieren – fruchtig, aber ohne Alkohol.
Häufige Fragen
Kann ich Sangria am Vortag machen?
Ja, aber ohne Eis und ohne Mineralwasser. Die Früchte ziehen über Nacht besser durch, aber der Wein verliert an Frische. Am nächsten Tag die Früchte entfernen, den Wein durch ein Sieb gießen und erst kurz vor dem Servieren mit frischen Fruchtstücken, Eis und Mineralwasser auffüllen.
Welcher Wein eignet sich am besten?
Ein junger, fruchtiger Rotwein mit mittlerem Tannin (z. B. Tempranillo oder Garnacha). Zu teure Weine sind verschwendet, zu billige schmecken nach Säure. Wichtig: Der Wein sollte nicht zu trocken sein – ein Restzucker von 2–4 g/l gibt der Sangria die nötige Balance.
Warum wird meine Sangria wässrig?
Zu kleine Eiswürfel schmelzen zu schnell. Verwende große Würfel oder einen Eisblock, der langsamer schmilzt. Außerdem: Die Sangria erst in den letzten 10 Minuten vor dem Servieren mit Eis kühlen – nicht stundenlang im Krug lassen.
Kann ich andere Früchte verwenden?
Ja, aber mit Bedacht. Beeren (Himbeeren, Brombeeren) zerfallen schnell und färben die Sangria trüb. Pfirsiche oder Nektarinen geben eine schöne Süße, sollten aber in größeren Stücken geschnitten werden. Exoten wie Mango oder Maracuja überdecken den Weingeschmack – besser sparsam einsetzen.


