Der Italian Coffee ist kein Espresso mit Schuss, sondern ein ausgewogenes Heißgetränk, das die Bitterkeit eines guten Amaro mit der Würze von Grappa und der Süße von Rohrzucker verbindet. Serviert wird er in einer vorgewärmten Tasse, die den Duft von gerösteten Kaffeebohnen und Kräutern einfängt. Perfekt nach dem Essen oder als gemütlicher Abschluss eines langen Abends – ohne Milch, aber mit Tiefe.
Und das brauchst du für den Italian Coffee
6 cl frisch gebrühter Espresso (ca. 60 ml)
3 cl Grappa
2 cl Amaro (z. B. Averna oder Cynar)
1 Stück Rohrzucker (ca. 5 g)
1 dünne Scheibe unbehandelte Zitrone (nur die Schale, kein Fruchtfleisch)
Darauf kommt es an
Der Trick liegt in der Temperatur: Der Espresso sollte nicht kochend heiß sein, sondern bei etwa 85 °C liegen – so verbrennen die Aromen des Grappa und Amaro nicht. Wer keinen Thermometer hat, lässt den Espresso nach dem Brühen 30 Sekunden stehen, bevor er ihn einschenkt. Die Zitronenschale wird *nicht* eingerührt, sondern nur kurz über dem Drink gepresst, damit die Öle als feiner Film auf der Oberfläche liegen bleiben. Das gibt dem Italian Coffee eine frische, fast zitrusartige Note, ohne dass der Drink sauer wird.
Varianten
- Italian Coffee mit Vanille — Ersetze den Rohrzucker durch 1 cl Vanillesirup und reduziere den Amaro auf 1,5 cl. Die Vanille mildert die Bitterkeit und passt überraschend gut zur Kräuternote des Amaro.
- Affogato Italiano — Serviere 1 Kugel Vanilleeis in einer kleinen Schale, übergieße sie mit 6 cl heißem Espresso und 2 cl Grappa. Der Amaro entfällt hier, stattdessen kommt die Süße aus dem Eis.
Häufige Fragen
Kann ich statt Grappa einen anderen Brandy verwenden?
Theoretisch ja, aber Grappa ist hier entscheidend: Seine leichte Frucht- und Heunoten harmonieren besser mit dem Amaro als ein schwerer Cognac oder Armagnac. Falls du keinen Grappa hast, nimm einen klaren Tresterbrand – aber keinen Weinbrand.
Warum wird die Zitronenschale nicht eingerührt?
Die ätherischen Öle der Zitronenschale sind flüchtig und würden sich beim Rühren verflüchtigen. Durch das kurze Pressen über dem Drink bleiben sie als aromatischer Film erhalten – ähnlich wie beim Absinth-Löffel, aber subtiler.
Kann ich den Italian Coffee auch kalt servieren?
Nein. Die Wärme ist essenziell, um die Aromen des Amaro und Grappa zu entfalten. Ein kalter Italian Coffee schmeckt hart und unausgewogen. Falls du einen kalten Kaffee-Drink möchtest, probiere einen Espresso Tonic mit einem Spritzer Amaro.





