Der Fitty Firty ist kein Martini – er ist schärfer, direkter, ein Drink für Puristen, die Gin und Vermouth im Verhältnis 6:1 trinken wollen. Kein Schnickschnack, keine Frucht, nur die klare Linie zweier Spirituosen, die sich gegenseitig schärfen. Die Olive ist kein Deko-Element, sondern der einzige Geschmacksträger neben Gin und Wermut. Wer hier zu viel Vermouth nimmt, verliert die Dominanz des Gins. Wer zu wenig nimmt, riskiert einen langweiligen Gin pur.
Und das brauchst du für den Fitty Firty
6 cl London Dry Gin
1 cl trockener Wermut (Vermouth Dry)
1 entsteinte grüne Olive (für Garnitur)
Darauf kommt es an
Der Trick liegt im Rühren: Nicht zu schnell, nicht zu lange. 20–25 Sekunden reichen, um die Temperatur auf etwa -2 °C zu bringen, ohne dass zu viel Wasser aus dem Eis in den Drink gelangt. Wer kein Thermometer hat, prüft mit dem Finger am Glas – es sollte so kalt sein, dass es fast schmerzt. Die Olive erst kurz vor dem Servieren ins Glas geben, sonst zieht sie zu viel Aroma aus dem Drink und wird matschig. Wer experimentierfreudig ist, probiert Oliven mit Füllung: Mandeln oder Knoblauch geben dem Drink eine unerwartete Tiefe.
Varianten
- Dirty Fitty — 1 cl Olivenlake aus dem Glas der Garnitur-Oliven in den Drink geben. Rühren wie im Original, aber die Olive weglassen – die Lake übernimmt ihren Job. Schmeckt salziger, erdiger und passt zu Gin mit würziger Note (z. B. mit Wacholder, Angelikawurzel oder Kardamom).
- Fitty Firty mit Twist — Statt der Olive ein Stück Zitronenschale über dem Glas ausdrücken und als Garnitur ins Glas geben. Das ätherische Öl rundet die Herbe des Wermuts ab und macht den Drink zugänglicher. Nur die Schale verwenden, nicht das Fruchtfleisch – sonst wird der Drink sauer.
Häufige Fragen
Kann ich statt London Dry Gin auch einen anderen Gin verwenden?
Ja, aber der Charakter des Drinks ändert sich. Ein floraler Gin (z. B. mit Lavendel oder Veilchen) macht den Fitty Firty weicher, ein würziger Gin (mit Pfeffer oder Ingwer) schärfer. London Dry Gin ist die klassische Wahl, weil er eine klare Wacholder-Note hat, die sich gut mit dem Wermut verbindet. Probier es aus – aber bleib bei der 6:1-Regel.
Warum wird der Drink nicht geschüttelt?
Geschüttelt würde zu viel Luft in den Drink bringen und die Textur trüb machen. Gin und Wermut sind klare Spirituosen – sie sollen klar bleiben. Außerdem würde das Schütteln das Eis zu stark zerkleinern und den Drink verwässern. Gerührt bleibt er seidig und konzentriert.
Kann ich den Wermut weglassen?
Technisch ja, aber dann hast du keinen Fitty Firty mehr, sondern einen Gin pur. Der Wermut ist kein Beiwerk, sondern ein essenzieller Bestandteil. Er mildert die Schärfe des Gins und gibt dem Drink Tiefe. Wer es noch trockener mag, reduziert den Wermut auf 0,5 cl – aber nicht weniger.


