Mors ist ein traditionelles russisches Fruchtgetränk, das seit Jahrhunderten aus frischen oder gefrorenen Beeren zubereitet wird. Sanddorn – oblepikha – bringt eine markante Säure und intensive orange Farbe mit. Anders als Kompott wird Mors nicht mit ganzen Früchten serviert, sondern abgeseiht. Das Ergebnis ist herb, erfrischend und deutlich weniger süß als westliche Limonaden. In Russland trinkt man Mors kalt oder lauwarm, oft als Durstlöscher oder bei Erkältungen.
Und das brauchst du für den Oblepichovy Mors (Облепиховый морс)
100 g Sanddornbeeren (frisch oder gefroren)
200 ml Wasser
1–2 TL Honig oder Zucker
Eiswürfel
Darauf kommt es an
Sanddorn ist extrem sauer und adstringierend – die Beeren müssen gekocht werden, damit sich Saft und Aroma lösen. Wer sie roh püriert, bekommt eine bittere, pelzige Textur. Beim Abseihen lohnt es sich, die Beeren richtig auszupressen, sonst bleibt viel Geschmack zurück. In Russland wird Mors oft nur leicht gesüßt oder ganz ohne Zucker getrunken. Wer es milder mag, kann nach dem Abkühlen mit etwas Apfelsaft strecken. Gefrorene Sanddornbeeren funktionieren genauso gut wie frische und sind außerhalb der Saison leichter zu bekommen.
Varianten
- Sanddorn-Ingwer-Mors — Ein daumengroßes Stück Ingwer in Scheiben schneiden und mit den Beeren kochen – gibt eine scharfe, wärmende Note.
- Sanddorn-Apfel-Mors — Den fertigen Mors zu gleichen Teilen mit naturtrübem Apfelsaft mischen – mildert die Säure und macht das Getränk zugänglicher.
- Warmer Sanddorn-Mors — Traditionell auch warm serviert, besonders im Winter – einfach nicht abkühlen lassen und in eine Tasse gießen.
Häufige Fragen
Wo bekomme ich Sanddornbeeren?
Frische Sanddornbeeren gibt es im Spätsommer auf Wochenmärkten oder in gut sortierten Bioläden. Gefrorene Beeren findet man in russischen oder osteuropäischen Lebensmittelgeschäften, manchmal auch online. Sanddornsaft aus der Flasche ist keine gute Alternative – er schmeckt meist flach und übersüßt.
Kann ich Sanddorn roh verwenden?
Nein. Rohe Sanddornbeeren sind extrem sauer und pelzig im Mund. Erst durch das Kochen lösen sich die Aromastoffe richtig, und die Textur wird trinkbar. Wer sie roh mixt, bekommt ein bitteres, unangenehmes Getränk.
Wie lange hält sich Mors?
Im Kühlschrank etwa 3–4 Tage. Mors wird traditionell in größeren Mengen gekocht und kalt nachgetrunken. Wer mag, kann ihn portionsweise einfrieren.
