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Was ist ein Ausgießer? – Was ist das?

Ein Ausgießer ist ein kleiner Aufsatz aus Metall oder Kunststoff, der auf die geöffnete Flasche gesteckt wird. Er kontrolliert den Fluss der Spirituose und verhindert, dass du beim Eingießen die Hälfte daneben schüttest. Ohne Ausgießer arbeitest du langsamer, ungenauer und verschwendest teuren Alkohol.

Was ein Ausgießer ist

Der Ausgießer – im Englischen Pourer oder Speed Pourer – besteht aus einem konischen Stopfen, der in den Flaschenhals passt, und einem Ausgießrohr mit Belüftungskanal. Das Prinzip ist simpel: Luft strömt durch den Kanal nach, während Flüssigkeit gleichmäßig herausfließt. Ohne diese Belüftung würde die Spirituose gluckern und spritzen.

Die meisten Ausgießer haben einen Durchfluss von etwa 1,5 bis 2 cl pro Sekunde. Das ermöglicht dir beim Free Pouring, also dem Eingießen nach Zeit statt mit Jigger, präzise zu arbeiten. Profis zählen in Vierteln: eins-und-zwei-und-drei entspricht dann etwa 4,5 cl. Manche Ausgießer haben auch eine eingebaute Dosiermechanik, die bei jedem Kippen exakt die gleiche Menge abgibt – praktisch für Großbetriebe, aber in der Cocktailbar eher selten.

Woran du einen guten Ausgießer erkennst

Qualität zeigt sich im Detail. Ein guter Ausgießer sitzt fest im Flaschenhals, ohne zu wackeln oder herauszurutschen. Der Stopfen sollte aus weichem Gummi oder Silikon sein, damit er sich verschiedenen Flaschenöffnungen anpasst. Billige Modelle aus hartem Plastik passen oft nicht richtig und tropfen nach.

Das Ausgießrohr selbst ist idealerweise aus Edelstahl. Es muss glatt sein, ohne scharfe Kanten, an denen Sirup oder Likör kleben bleibt. Manche Ausgießer haben einen kleinen Staubschutz-Deckel, der aufgeklappt werden kann – sinnvoll, wenn die Flaschen länger stehen. In der Praxis vergisst man das Aufklappen aber oft, deshalb verzichten viele Bars darauf.

Farbcodierung ist ein Thema für große Teams. Manche Bars markieren ihre Ausgießer mit farbigen Ringen: Rot für Whisky, Grün für Gin, Blau für Vodka. Das hilft bei der Inventur und verhindert Verwechslungen im Stress. Für die kleine Bar reicht ein Satz einheitlicher Ausgießer.

In der Bar

Ausgießer kommen auf alle Flaschen, die du regelmäßig brauchst – Basisspirituosen, Liköre, Sirupe. Nur bei sehr dickflüssigen Sachen wie Cream-Likören oder Honigsirup macht ein Ausgießer keinen Sinn, da verstopft das Rohr. Auch bei Flaschen, die nur selten gebraucht werden, kannst du darauf verzichten.

Wichtig: Ausgießer müssen regelmäßig gereinigt werden. Reste von zuckerhaltigen Spirituosen verkleben das Rohr, Fruchtfliegen legen Eier ab, und bei mangelnder Hygiene bildet sich ein klebriger Film. Einmal pro Woche solltest du alle Ausgießer abnehmen und in heißem Wasser mit etwas Spülmittel einweichen. Hartnäckige Rückstände löst du mit einer kleinen Flaschenbürste.

Beim Eingießen hältst du die Flasche so, dass das Etikett nach oben zeigt – so tropft nichts auf die Beschriftung. Der Ausgießer sollte direkt über dem Shaker oder Glas sein, nicht schräg von der Seite. Nach dem Eingießen die Flasche kurz zurückkippen, bevor du sie absetzt, dann tropft nichts nach.

Häufige Irrtümer

Viele glauben, Free Pouring sei ungenau. Das stimmt nicht – mit Übung und konstantem Durchfluss arbeitest du auf 0,25 cl genau. Der Ausgießer ist das Werkzeug, das das erst möglich macht. Ohne ihn ist Free Pouring tatsächlich Glückssache.

Ein anderer Irrtum: Ausgießer würden den Alkohol schneller oxidieren lassen. Tatsächlich ist der Unterschied minimal. Spirituosen mit hohem Alkoholgehalt halten sich auch mit Ausgießer monatelang. Kritischer sind Wermut oder Sherry, aber da hilft auch kein Verschluss – die gehören in den Kühlschrank und werden zügig verbraucht.

Manche denken, Ausgießer seien nur was für Anfänger. Unsinn. Auch erfahrene Barkeeper arbeiten mit Ausgießern, weil sie die Arbeit schneller und sauberer machen. Wer ohne arbeitet, macht das aus Prinzip, nicht weil es besser wäre.

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Häufige Fragen

Kann ich jeden Ausgießer für jede Flasche nehmen?

Die meisten Standard-Ausgießer passen auf handelsübliche Spirituosenflaschen. Manche Flaschen haben aber abweichende Öffnungen – etwa Champagnerflaschen oder manche Craft-Gins. Dann brauchst du spezielle Ausgießer mit breiterem oder schmaleren Stopfen.

Wie lange hält ein Ausgießer?

Bei guter Pflege jahrelang. Der Gummi-Stopfen kann mit der Zeit porös werden, besonders wenn er oft mit aggressiven Reinigern in Kontakt kommt. Sobald der Ausgießer nicht mehr fest sitzt oder das Metall Rost ansetzt, solltest du ihn austauschen.

Muss ich für Sirupe andere Ausgießer nehmen?

Für dünnflüssige Sirupe funktionieren normale Ausgießer. Bei dickflüssigen Sachen wie Grenadine oder Honigsirup ist ein Ausgießer mit größerer Öffnung sinnvoll, sonst verstopft er. Manche Barkeeper verzichten bei Sirup ganz auf Ausgießer und arbeiten nur mit dem Jigger.

Was ist der Unterschied zwischen Speed Pourer und Measured Pourer?

Ein Speed Pourer lässt die Flüssigkeit frei fließen – du kontrollierst die Menge über die Zeit. Ein Measured Pourer hat eine Dosierkammer, die bei jedem Kippen exakt die gleiche Menge abgibt, meist 2 oder 4 cl. Letzterer ist präziser, aber langsamer und in Cocktailbars weniger verbreitet.

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