Der Ramos Gin Fizz ist kein gewöhnlicher Fizz: Er wird nicht nur geschüttelt, sondern so lange aufgeschlagen, bis sich ein seidiger Schaum bildet, der sich über Minuten hält. Die Kombination aus London Dry Gin, Zitrusnoten, Vanille und einer Prise Orange Flower Water macht ihn zu einem der anspruchsvollsten Longdrinks. Wer ihn einmal richtig zubereitet hat, versteht, warum Barkeeper ihn als Prüfstein für Geduld und Handwerk betrachten. Serviert wird er ohne Eis – der Schaum ist die Kühlung.
Und das brauchst du für den Ramos Gin Fizz
4,5 cl London Dry Gin
1,5 cl Zitronensaft (frisch gepresst)
1,5 cl Limettensaft (frisch gepresst)
3 cl Sahne (mindestens 30 % Fett)
1 cl Zuckersirup (2:1)
3 cl Sodawasser (eiskalt)
1 Spritzer Orange Flower Water (ca. 0,2 cl)
1 Eiweiß (frisch, Größe M)
Darauf kommt es an
Der Schaum ist das Geheimnis: Er entsteht nur, wenn das Eiweiß richtig aufgeschlagen wird. Viele Barkeeper machen den Fehler, zu früh Eis hinzuzufügen – dann bindet das Eiweiß nicht richtig. Der dry shake (ohne Eis) ist entscheidend, um die Proteine zu denaturieren. Ein weiterer Trick: Die Sahne sollte nicht zu kalt sein, sonst flockt sie beim Schütteln. Ideal ist Raumtemperatur. Und: Orange Flower Water nie direkt in den Shaker geben – es setzt sich ab und verteilt sich ungleichmäßig. Immer erst mit dem Zuckersirup mischen.
Varianten
- Silver Fizz — Ohne Sahne und Orange Flower Water, aber mit zusätzlichem Eiweiß für eine leichtere Textur. Wird mit 6 cl Gin und 3 cl Zitronensaft zubereitet – der Klassiker für Puristen.
- Golden Fizz — Wie der Ramos, aber mit einem Eigelb statt des ganzen Eis. Ergibt eine reichhaltigere, fast puddingartige Konsistenz – ideal für Whisky-Liebhaber, die den Gin durch Bourbon Whiskey ersetzen.
Häufige Fragen
Warum flockt die Sahne manchmal im Shaker?
Das passiert, wenn die Sahne zu kalt ist oder der Shaker zu viel Eis enthält. Die Lösung: Sahne vorher leicht anwärmen (nicht kochen!) und beim dry shake ohne Eis arbeiten. Falls es trotzdem passiert, die Mischung durch ein feines Sieb abseihen – die Flocken bleiben hängen.
Kann ich pasteurisiertes Eiweiß verwenden?
Ja, aber der Schaum wird nicht so stabil wie mit frischem Eiweiß. Pasteurisierte Varianten enthalten oft Stabilisatoren, die die Textur verändern. Wer auf rohes Ei verzichten möchte, kann stattdessen Aquafaba (Kichererbsenwasser) verwenden – 3 cl ersetzen ein Eiweiß.
Wie halte ich den Schaum länger stabil?
Der Trick liegt im Ruhenlassen: Nach dem Abseihen den Drink 2–3 Minuten stehen lassen, damit sich der Schaum setzen kann. Serviere ihn ohne Eis – die Kälte des Glases reicht aus. Und: Nie mit einem Strohhalm umrühren, sonst bricht die Struktur zusammen.
Warum schmeckt mein Ramos zu süß oder zu sauer?
Die Balance hängt vom Säuregehalt der Zitrusfrüchte ab. Teste den Zitronen- und Limettensaft vorher: 1,5 cl Saft sollten mit 1 cl Zuckersirup harmonieren. Falls der Drink zu sauer ist, 0,2 cl mehr Sirup hinzufügen. Zu süß? Ein paar Tropfen Zitronensaft nachträglich unterheben.



