Der Barrel-Aged Gin Old Fashioned ist kein Standard-Rezept, sondern eine Hommage an die Geduld. London Dry Gin reift für einige Wochen in einem kleinen Eichenfass, nimmt Tannine, Vanille und leichte Röstnoten auf und verliert dabei die scharfe Alkoholnote. Das Ergebnis ist ein Old Fashioned, der nicht nur aromatischer, sondern auch weicher im Abgang ist – perfekt für Gin-Liebhaber, die mehr Tiefe suchen. Kein Schnickschnack, nur Gin, Zucker und Bitters, aber mit einer Reife, die man schmeckt.
Und das brauchst du für den Barrel-Aged Gin Old Fashioned
6 cl barrel-aged London Dry Gin (4–6 Wochen im Eichenfass gereift)
1 Stück Würfelzucker (oder 1 cl Zuckersirup)
2 Dashes Angostura Bitters
1 Dash Orange Bitters
Orangenschale zum Garnieren
Darauf kommt es an
Das Fass macht den Unterschied: Verwende ein kleines, gebrauchtes Eichenfass (2–5 Liter), das vorher schon einmal für Whisky oder Rum genutzt wurde – das gibt dem Gin mehr Komplexität. Frische Fässer sind zu aggressiv und überdecken die Gin-Aromen. Reifezeit: 4 Wochen bei Raumtemperatur, danach den Gin in eine Glasflasche umfüllen, um die Reifung zu stoppen. Probiere alle 3–4 Tage, um den optimalen Zeitpunkt zu erwischen. Der Gin sollte nicht zu holzig schmecken, sondern eine leichte Vanillenote und eine weichere Alkoholnote entwickeln. Falls kein Fass zur Hand ist, kannst du auch 1–2 Tropfen Eichenholz-Chips (für Spirituosen geeignet) pro Liter Gin für 24 Stunden einlegen – das gibt einen ähnlichen, aber weniger tiefen Effekt.
Varianten
- Barrel-Aged Gin Negroni — Ersetze den Bourbon im klassischen Negroni durch barrel-aged London Dry Gin und reduziere die Menge auf 3 cl. Füge 3 cl roten Wermut und 3 cl Campari hinzu. Rühren, nicht schütteln. Das Fass gibt dem Negroni eine zusätzliche Würze und rundet die Bitterkeit ab.
- Oaked Gin Martini — Verwende 6 cl barrel-aged London Dry Gin und 1 cl trockenen Wermut. Rühren, bis das Glas eiskalt ist. Mit einer Zitronenschale oder Olive garnieren. Der Fassgeschmack verleiht dem Martini eine ungewöhnliche Tiefe, fast wie ein leichter Whisky-Martini.
Häufige Fragen
Kann ich jeden Gin für die Fassreifung verwenden?
Theoretisch ja, aber London Dry Gin eignet sich am besten, weil er von Haus aus kräftige Wacholder- und Zitrusnoten hat, die sich mit den Holznoten verbinden. Leichtere Gins (z. B. New Western Dry Gins) verlieren ihre Aromen schneller und wirken nach der Reifung oft flach. Vermeide stark aromatisierte Gins – die zusätzlichen Botanicals können mit dem Holz kollidieren und unangenehme Bitterstoffe entwickeln.
Wie lange hält sich der barrel-aged Gin?
Nach der Reifung solltest du den Gin in eine Glasflasche umfüllen, um die weitere Entwicklung zu stoppen. So hält er sich 6–12 Monate, ohne an Qualität zu verlieren. Lagere ihn kühl und dunkel. Falls du den Gin länger als 3 Monate im Fass lässt, wird er zunehmend holzig und verliert seine Gin-Charakteristik – dann eignet er sich eher für experimentelle Drinks als für klassische Rezepte.
Kann ich den barrel-aged Gin auch pur trinken?
Ja, aber mit Vorsicht: Die Fassreifung macht den Gin weicher, aber auch alkoholischer im Geschmack. Serviere ihn bei Raumtemperatur in einem kleinen Glas, ähnlich wie einen Whisky. Ein paar Tropfen Wasser können helfen, die Aromen zu öffnen. Ideal für Gin-Trinker, die den Wacholder mögen, aber eine komplexere Variante suchen.



