Der After All ist ein Drink für die späten Stunden, wenn die Luft kühl wird und die Gespräche tiefer gehen. Rye Whiskey bringt die nötige Schärfe, während Apfelbrand und Zimt eine warme, fast nostalgische Süße einbringen. Ein Cocktail, der nicht laut ist, sondern nachklingt – wie ein letzter Gedanke vor dem Schlafengehen. Die Kombination aus Frucht und Gewürz macht ihn komplex, ohne überladen zu wirken. Perfekt für alle, die Whisky nicht nur pur trinken, sondern in etwas Weicheres, Nachdenklicheres verwandeln wollen.
Und das brauchst du für den After All
5 cl Rye Whiskey
2 cl Apfelbrand (mindestens 40 % vol.)
1 cl Zuckersirup (2:1)
1 Dash Angostura Bitters
1 dünne Scheibe Apfel (unbehandelt, mit Schale, fürs Garnieren)
1 Zimtstange (fürs Rühren und Garnieren)
Darauf kommt es an
Der Trick liegt im Zimt: Nicht einfach nur als Garnitur verwenden, sondern aktiv ins Rühren einbeziehen. Die Hitze des Eises und die mechanische Reibung des Barlöffels lösen ätherische Öle aus der Stange, die sich mit dem Whisky verbinden. Das Ergebnis ist ein sanfter, fast cremiger Gewürzton, der nicht aufdringlich ist, sondern sich erst nach dem ersten Schluck entfaltet. Wichtig: Die Zimtstange nicht zu lange rühren – sonst wird der Drink bitter. Und beim Abflammen darauf achten, dass der Alkohol nicht zu stark verbrennt, sonst schmeckt der Rauch nach verkohltem Holz statt nach warmer Würze.
Varianten
- After All (Herbstvariante) — Ersetze den Apfelbrand durch 2 cl Birnenlikör und füge 0,5 cl Ahornsirup hinzu. Garnieren mit einer dünnen Birnenscheibe, die kurz in Zitronensaft getaucht wurde, um Oxidation zu vermeiden. Schmeckt süßer und weicher, fast wie ein Dessert-Drink.
- After All (Rauchig) — Füge 0,25 cl Islay-Scotch Whisky (unverdünnt) hinzu und ersetze die Zimtstange durch eine geräucherte Zimtstange. Der Drink bekommt eine rauchige Tiefe, die gut zu dunkleren Rye Whiskeys passt. Garnieren mit einer dünnen Scheibe geräucherter Birne.
Häufige Fragen
Kann ich statt Rye Whiskey auch Bourbon verwenden?
Ja, aber der Charakter des Drinks verändert sich. Bourbon ist süßer und vanilliger, was den Apfelbrand dominieren lässt. Wenn du Bourbon nimmst, reduziere den Zuckersirup auf 0,75 cl und füge einen Spritzer Zitronensaft hinzu, um die Balance zu halten. Rye Whiskey ist hier die bessere Wahl, weil seine Pfeffernoten den Gewürzen mehr Raum geben.
Warum wird der Zimt ins Eis gerührt und nicht einfach nur als Garnitur verwendet?
Zimt als Garnitur gibt nur oberflächlich Aroma ab. Durch das Rühren mit dem Eis werden die ätherischen Öle freigesetzt und gleichmäßig in der Flüssigkeit verteilt. Das Ergebnis ist ein Cocktail, der in jedem Schluck nach Zimt schmeckt – nicht nur am Ende, wenn man die Stange berührt. Außerdem verhindert das kurze Rühren, dass der Zimt zu dominant wird.
Kann ich den Drink auch shaken statt rühren?
Nein. Der After All lebt von seiner seidigen Textur. Durch das Schütteln würde zu viel Luft eingearbeitet, was den Drink spritzig statt samtig macht. Zudem würde der Zimt im Shaker zerbröseln und den Cocktail bitter machen. Gerührt bleibt die Struktur intakt, und die Aromen verbinden sich harmonischer.



