Der Chicago ist ein eleganter, fast schon schüchterner Cocktail, der Brandy mit der spritzigen Leichtigkeit von Champagner verbindet. Ein Spritzer Angostura gibt ihm eine unerwartete Tiefe – nicht dominant, aber unverzichtbar. Ursprünglich als Aperitif gedacht, funktioniert er auch als Digestif, wenn man den Brandy etwas kräftiger wählt. Ein Drink, der sich nicht aufdrängt, aber im Gedächtnis bleibt.
Und das brauchst du für den Chicago
- 2 clBrandy
- 0,5 clCointreau
- 1 SpritzerAngostura Bitter
- Champagner oder trockener Sekt (ca. 10 cl)
Darauf kommt es an
Der Trick liegt im Angostura: Gib ihn nicht in den Shaker oder rühre ihn um, sondern lasse ihn wie ein Aquarell im Glas zerfließen. So entsteht ein Farbverlauf von tiefem Rotbraun zu hellem Gold – und der erste Schluck überrascht mit einer leichten Bitterkeit, die der Süße des Brandys und der Frucht des Champagners entgegenwirkt. Verwende einen trockenen Champagner oder Sekt mit hoher Säure, damit der Drink nicht zu süß wird. Wer es klassisch mag, nimmt einen französischen Crémant; für mehr Frucht einen deutschen Rieslingsekt.
Varianten
- Chicago Fizz — Ersetze den Champagner durch 8 cl Sodawasser und gib 1 cl Zitronensaft hinzu. Wird im Shaker mit Eis geschüttelt und dann in ein Highball-Glas abgeseiht. Erfrischender, aber weniger komplex.
- Brandy Champagne Cocktail — Lasse den Cointreau weg und erhöhe den Angostura auf 2 Spritzer. Mit Champagner auffüllen. Ein strengerer, bitterer Drink, der mehr nach Digestif schmeckt.
Häufige Fragen
Kann ich statt Brandy einen anderen Weinbrand nehmen?
Ja, aber achte auf die Qualität. Ein guter Armagnac oder ein spanischer Brandy (z. B. aus Jerez) funktionieren, solange sie nicht zu holzig oder süß sind. Cognac ist die klassische Wahl, aber kein Muss.
Warum schäumt der Champagner nicht, wenn ich ihn auffülle?
Weil du ihn nicht schüttelst oder rührst. Der Chicago soll sich langsam vermischen – der erste Schluck ist fast purer Champagner, der letzte hat mehr Brandy und Bitter. Das ist Absicht.
Kann ich den Drink mit Eis servieren?
Nein. Der Chicago lebt von der Temperatur des Champagners und der sanften Vermischung. Eis würde ihn verwässern und die Aromen stumpf machen.





